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Wir, die AG Soziales Leben, sind eine bunt gemischte Gruppe von ca. 15 Menschen. Um eine relativ stabile Kerngruppe herum finden immer wieder neue Leute den Weg zu uns, die unsere Arbeit mit ihrem frischen Blick auf das Ganze bereichern. Wir treffen uns regelmäßig alle 2 Wochen als gesamte AG. Die inhaltliche Arbeit findet meistens in Kleingruppen statt, die sich nach Bedarf zusammenfinden und die ihre Ergebnisse dann in der AG vorstellen.

Unser zentrales Thema, dem wir uns inhaltlich und praktisch widmen, ist die Gemeinschaftskultur im ecovillage hannover. Wir beschäftigen uns mit den verschiedenen Ebenen von Gemeinschaft und den Entwicklungsprozessen, die stattfinden, auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel: ein urbanes Ökodorf auf dem Kronsberg, nachhaltig, gemeinschaftlich, genügsam, bezahlbar, zukunftsweisend.

Im Laufe unserer Arbeit sind einige Thesen und Erkenntnisse entstanden, die wir für wichtig und hilfreich halten. Wir wollen sie hier mit Euch teilen. Wir sehen uns selbst im Gesamtprozess, wissend, dass wir uns entwickeln und dazulernen. Dies geschieht durch unsere inhaltliche Arbeit mit sozialen Themen und in der Begegnung und Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Menschen in der AG und im ecovillage. Die Vielfalt ist gewünscht, fordert uns und sorgt immer wieder für neue und überraschende Impulse.

Was braucht die/der Einzelne für die Entstehung von Gemeinschaft und für das Leben in einer Gemeinschaft?

Eine gewisse Abenteuerlust könnte durchaus hilfreich sein, denn es geht um nichts weniger als um die Entstehung einer inneren Haltung von Eigen- und Mitverantwortung, um Echt-Sein (Authentizität), Mitfühlend-Sein (Empathiefähigkeit), Klarheit und Verbindlichkeit. Und weil wir alle wissen, dass diese Kompetenzen nicht vom Himmel fallen, braucht es Zeit, Geduld und wohlwollenden Umgang mit Missverständnissen und „Fehlern“: den eigenen und denen der Anderen. Damit eine Gesamtatmosphäre entsteht, in der jede/r sich selbst zeigen kann, ist es wichtig, dass gegenseitige Wertschätzung und wohlwollende Offenheit füreinander selbstverständlich sind. Dann können echte neue Erfahrungen gemacht werden, z.B. wie es ist, sich in einer Gemeinschaft getragen und sicher zu fühlen. Es entsteht Vertrauen und Verbindung.

Aus unserer Sicht ist es wichtig…

  • dass jede/r sich freiwillig auf das Gemeinschafts-Abenteuer einlässt und die Lust und Bereitschaft mitbringt, sich einzubringen
  • dass wir aktiv aufeinander zugehen und uns gegenseitig unterstützen
  • dass es eine freudvolle Arbeit sein sollte, gemeinsam prozess- und praxisorientiert zu gestalten
  • dass wir offen sind für innere und äußere Wachstums- und Veränderungsprozesse - mit uns selbst, in der Gemeinschaft und in Verbindung mit dem Erdprozess
  • dass wir klare Werte und Ziele haben, die sich weiterentwickeln dürfen und die zu leben wir uns sehr bewusst bemühen.

Und ganz praktisch…
Entwicklung kann geschehen im gemeinsamen Tun und Erleben, in der konkreten Auseinandersetzung mit sich und den Anderen und der Welt. Das geht z.B. im Rahmen von dafür geeigneten Workshops, aber auch in manchmal ganz einfachen, alltäglichen Dingen oder beim Feiern. Ganz praktisch umgesetzt bedeutet das für uns, sich Zeit zu nehmen für Aktivitäten wie z.B. ImproTheater, Filme schauen, Texte lesen, Singen, Spielen, Feiern, wofür die AG einen Rahmen schafft oder perspektivisch weiter schaffen will.

Wir initiieren Workshops, die wir selbst anbieten oder organisieren. Das sind unseres Erachtens gute Gelegenheiten Kontakte zu anderen Menschen innerhalb der evh-Gemeinschaft zu knüpfen und Verbindung zu vertiefen.

In der AG ist der Begriff „Konfliktkultur“ entstanden. Wir wissen, dass Konflikte immer dazugehören werden und auch das ecovillage ist keine konfliktfreie Zone. Diese als Herausforderung und Chance für eine persönliche Entwicklung zu begreifen scheint uns eine spannende veränderte Position. Wenn Reibung entsteht und sie aktiv als Aufgabe verstanden wird ist wahrhaftige Klärung und Kreativität möglich. Die AG bemüht sich, den Konfliktfeldern grundsätzlicher Art, wie z.B. Machtgefälle und Konkurrenz, Benachteiligung oder Bevorzugung Einzelner oder von Gruppen und allem „Ausschließenden“ Aufmerksamkeit zu geben und Initiativen zu starten, um Lösungen herbeizuführen.

Die Kommunikation spielt eine tragende Rolle. Indem wir für unser eigenes Kommunikationsverhalten achtsam werden können wir auch lernen, andere besser zu verstehen. Wirkliches Zuhören erscheint uns dabei eine hilfreiche Fähigkeit. In unserer AG bemühen wir uns, positiv zu formulieren, Vorwürfe, Schuldzuweisungen, Wertungen und Verallgemeinerungen zu vermeiden und was mitgeteilt werden möchte „von Herzen“ kommen zu lassen. Die AG ist hier für uns selbst auch ein Lernfeld. Wir wissen, dass wir für diese Art von Kommunikation auch Impulse von außen brauchen. Daher werden wir uns um Workshops für diesen Bereich kümmern.

Einige Aktivitäten und Initiativen unserer AG im Jahr 2020:

  • Zeit-für-uns-Tag in der Paul-Dohrmann-Schule: 3 Workshops und viel Plauderei am gemeinschaftlichen Büfett
  • Kreative Donnerstage: die AG-Mitglieder luden zu unterschiedlichen Aktionen ein, von Workshop bis Spielenachmittag
  • Erstellung einer Literatur- und Linkliste zum Thema Gemeinschaftsbildung (Link zur Cloud)
  • Initiierung Treffen und Austausch mit Team Konfliktmanagement
  • Entwicklung Grundpositionen der AG Soziales Leben
  • Initiative und Begleitung Konzeptentwicklung für einen Großgruppenworkshop, in einem Team mit Mitgliedern von AR uns VS (der coronabedingt nicht stattfinden konnte)
Anstehende Termine
Zur Zeit stehen keine Termine an