Antworten auf häufig gestellte Fragen

Frequently Asked Questions (FAQ)

1. Welche Rechtsform hat der Träger von ecovillage hannover und was macht dieser?

Am 15.10.2019 wurde die Genossenschaft ecovillage hannover e.G. gegründet. Sie erwirbt die Baugrundstücke, plant die Bebauungsstruktur und die Erschließung, stellt eine für alle Bewohner*innen verbindliche Gemeinschaftsordnung auf, betreibt die Gemeinschaftsflächen und Gemeinschaftsgebäude. Die e.G. baut und betreibt Gebäude und die Wohnungen für Genossenschaftsmitglieder, das heißt, alle Genossen sind gemeinsam die Besitzer*innen der Grundstücke und Gebäude. Sie vermietet Stellplätze für im Privateigentum befindliche mobile Tiny-oder Modulhäuser. Nur in begrenzten Ausnahmefällen soll es Gebäude Dritter geben, z.B. für Stiftungen. Details zur Genossenschaft https://www.ecovillage-hannover.de/prozess/genossenschaft

2. Wie werde ich Mitglied der Genossenschaft?

Formal, indem ich einen Mitgliedsantrag ausfülle. Bitte unbedingt auch den Begleitfragebogen ausfüllen!

Es gibt derzeit drei Mitgliedstypen:

  1. 85 % der derzeitigen Mitglieder wollen im ecovillage Kronsberg leben und dort können tatsächlich auch nur Menschen wohnen, die Mitglieder sind - dies gilt auch für Lebenspartner*innen und Angehörige wie Kinder, die auch jeweils einzeln Mitglied werden müssen.
  2. Menschen, die nicht im Kronsberg-Quartier wohnen, sondern warten wollen, bis wir ein zweites oder drittes, für sie besser geeignetes Grundstück gefunden haben. Auch sie können Mitglied werden. Zurzeit sind das 9 % der Mitglieder.
  3. Mitglieder, die gar nicht in ein ecovillage-Quartier einziehen wollen, sondern das Projekt unterstützen wollen (z.Zt. 6 % der Mitglieder). Auch z.B. Firmen können Mitglieder der dritten Kategorie werden.

3. Wie werden in der Genossenschaft Entscheidungen getroffen?

Oberstes Beschlussgremium ist die Mitgliederversammlung, wo jedes Mitglied eine Stimme hat, unabhängig von der Anzahl der Genossenschaftsanteile. Auch Jugendliche und Kinder haben ein Stimmrecht, ggfs. vertreten durch ihre Bezugspersonen. Außerdem gibt es

  • den derzeit vierköpfigen Vorstand, der die laufenden Geschäfte führt und die Genossenschaft formal nach außen vertritt. Dieser tagt zurzeit mindestens wöchentlich.
  • den derzeit zehnköpfigen Aufsichtsrat, der den Vorstand berät und überwacht und außerdem wichtige Entscheidungen, die nicht in die Mitgliederversammlung beschlossen werden müssen, zusammen mit dem Vorstand in gemeinsamen Sitzungen trifft. Der Aufsichtsrat tagt zurzeit in der Regel vierzehntägig.
  • den ca. 25-köpfigen Kronsberg-Dorfrat, der alle wichtigen Dinge, die das neue Quartier betreffen, bespricht und Entscheidungsempfehlungen für die Beschlussgremien (siehe oben) ausspricht. Der Dorfrat setzt sich zusammen aus jeweils zwei Delegierten aus ca. zehn Dorfrat-AGs, in denen die eigentliche Arbeit stattfindet. Außerdem entsendet die Mitgliederversammlung zwei weitere Vertrauenspersonen. Der Dorfrat ist formal, wie bei Wohnungsgenossenschaften üblich, ein Mieterbeirat ohne eigene Entscheidungskompetenzen.

4. Kann ich an allen Terminen der Gremien teilnehmen, auch um mich als Nichtmitglied erst einmal zu informieren?

Wegen der Corona-Krise sind aktuell natürlich alle Treffen abgesagt. Ansonsten wollen wir so transparent wie möglich sein, doch es gibt einige Einschränkungen:

  • An den Mitgliederversammlungen können nur Mitglieder teilnehmen und abstimmen.
  • An den Dorfratssitzungen können alle Mitglieder als Zuhörer*innen teilnehmen.
  • Vorstand und Aufsichtsrat tagen in der Regel nicht öffentlich.
  • Die Arbeitsgruppentermine sind für alle Interessierten offen, auch für Leute, die noch nicht Genossenschaftsmitglieder sind. Dort möchten wir jedoch intensiv arbeiten, so dass nur wenig Raum für allgemeine Fragen ist. Solltest du bisher bei keinem Treffen gewesen sein, empfehlen wir, zuerst ein Seiteneinsteiger*innen-Treffen zu besuchen. Dort gibt es immer einen informativen Vortrag zum aktuellen Planungsstand des ecovillage hannover und die Möglichkeit, viele Fragen zu stellen. Die jeweiligen Termine sind auf unserer Website zu finden.

5. Wie viel kostet die Mitgliedschaft und kommen weitere Kosten auf mich zu?

Jedes Mitglied muss mindestens einen Genossenschaftsanteil in Höhe von 1.000 Euro “zeichnen”. Menschen unter 18 bekommen hierfür einen Aufschub bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Wer die Genossenschaft fördern will, kann bis zu 100 Mitgliedsanteile erwerben, hat aber unabhängig davon nur eine Stimme.

Da wir eine frische Genossenschaft ohne Eigenkapital sind, sind wir für den Bau der Gebäude und die Schaffung der Infrastruktur auf weitere Mittel angewiesen. Um von den Banken Kredite (“Hypothekendarlehen”) zu bekommen, braucht die Genossenschaft Geld auch von den Mitgliedern. Dies sind die sogenannten “nutzungsbezogenen Genossenschaftsanteile” – und es wird bei Unterschrift unter den Nutzungsvertrag für eine konkrete Wohnung zum Zeitpunkt fällig, wenn diese Wohnung in Bau geht. In der ersten Mitgliederversammlung wurden die Beträge zunächst auf einen Anteil (1.000 €) pro 5 m² Wohnfläche festgelegt. Das heißt, dass z.B. bei einer 30 m² Wohnung zusätzlich zur Mitgliedseinlage weitere 6.000 Euro zu zahlen sind. Die Höhe dieser Beträge wird eventuell nach endgültiger Kalkulation der Kosten in einer Mitgliederversammlung verändert beschlossen. In der Satzung ist allerdings verankert, dass dieser Betrag in Raten gezahlt oder durch Eigenleistung im ecovillage abgearbeitet werden kann. Darüber hinaus gab es für Personen, die solch hohe Beträge nicht aufbringen können, erste Gespräche mit Banken, Jobcenter und Wohngeldstellen über weitere Fördermöglichkeiten.

Die nutzungsbezogenen Genossenschaftsanteile dienen neben dem Bau der Wohnungen auch dem Bau der Gemeinschaftseinrichtungen, z.B. gemeinschaftlicher Waschsalon, Gruppenräume, Bibliothek der Dinge, Gastronomie und der Herrichtung des Geländes (Wasser- und Stromleitungen, Wege, Kinderspielplätze usw.). Und für diejenigen, die sich über die Betragshöhen wundern: Mit dem Geld seid ihr Miteigentümer*innen aller Genossenschaftsgebäude und -grundstücke und habt im Grundsatz ein lebenslanges Nutzungsrecht an eurer Wohnung (da es ja keine Eigenbedarfskündigung von Vermieter*innen-Seite gibt).

6. Welche Verpflichtungen gehe ich mit dem Beitritt in die Genossenschaft ein?

Alle Bewohner*innen erkennen mit ihrer Unterschrift unter den Beitrittsantrag die Genossenschaftssatzung und die darin verankerte Grundsatzcharta an, wodurch sie sich zu den Grundwerten Gleichwertigkeit, Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und Vielfalt bekennen. Bitte lest die ganze Charta. Mit Abschluss des Nutzungs-/Mietvertrages akzeptieren die Bewohner*innen außerdem eine Hausordnung, die demnächst erarbeitet wird.

Die finanzielle Verpflichtung der Mitglieder ist die Zahlung der 1.000 € bei Eintritt und eine von der Wohnungsgröße abhängige “nutzungsbezogene Mitgliedereinlage” (mehr dazu unter FAQ Wie viel kostet die Mitgliedschaft?). Weitere finanzielle Verpflichtungen gibt es nicht, z.B. keine “Nachschusspflicht”, wenn die Genossenschaft mehr Geld braucht.

7. Was geschieht mit meinem Geld, wenn ich meine Mitgliedschaft kündige oder aus der Wohnung ausziehe?

Dann bekomme ich mein Geld drei Jahre nach Kündigung zum Jahresende vollständig zurückgezahlt. In der Satzung gibt es eine kleine Einschränkung für “Katastrophenfälle”: Wenn die Genossenschaft zum Zeitpunkt der Rückzahlung nicht genügend liquide ist, muss auf die Rückzahlung entsprechend gewartet werden.

8. Wo wird das erste ecovillage-Quartier entstehen?

Das erste ecovillage-Quartier entsteht auf derzeit der Stadt Hannover gehörenden Grundstücken im Stadtbezirk Hannover-Bemerode im Stadtteil Kronsberg. Mehr Infos unter: https://www.ecovillage-hannover.de/kronsberg/standort-kronsberg. Mit der Stadt Hannover besteht im Grundsatz Einvernehmen darüber, dass die Genossenschaft die 49.300 m² große Baufläche bekommt. Die Verhandlungen über einen Erbbaurechtsvertrag oder einen Kaufvertrag (eine Entscheidung über eine der beiden Alternativen ist noch offen) sind im Endstadium.

9. Welche Wohn- und Gebäudetypen entstehen im Kronsberg-Quartier?

Angestrebt wird eine Vielzahl von Wohnformen, die unterschiedliche Ansätze des suffizienten (=genügsamen) Wohnens widerspiegeln. Möglich sind, neben abgeschlossenen Wohnungen, beispielsweise Wohngemeinschaften („Co-Living“) in Wohnungen mit reduzierter privater Wohnfläche und Zugang zu vielen Gemeinschaftseinrichtungen, Tiny Houses, Modulhäuser, etc.. An der Planung und Ausgestaltung der Mehrparteien-Gebäude in Genossenschaftseigentum werden die Bewohner*innen immer so weit wie möglich mitwirken können. Denn ecovillage ist ein offener Prozess.

Die geplanten Häuser können grob in vier Gruppen unterteilt werden:

Für die Gruppen A, B und C gilt laut Beschluss der Mitgliederversammlung vom 23.11.2019:

Bei Ausnutzung der Baudichte gemäß B-Plan soll auf der Gesamtfläche die maximal mögliche Anzahl freistehender Tiny Houses (gemeint sind hier Tiny Houses on wheels) und Modulbauten mit Rücksicht auf städtebauliche Verträglichkeit ermöglicht werden. Private freistehende Tiny Houses und Modulbauten stehen auf angemieteten Genossenschaftsflächen. Dauerhaft errichtete freistehende Tiny Houses und Modulbauten werden als Eigentum der Genossenschaft errichtet. Tiny Houses on Wheels müssen sich wegen ansonsten bei Fahrten außerhalb des Grundstückes bestehenden Haftungsproblemen in Privateigentum befinden.

A - Tiny Houses on wheels | freistehend, mobil, privat

Beschlusslage ist, dass diese immer in Privateigentum sind und auf einer von der Genossenschaft gemieteten Fläche stehen (ob die Räder in dieser Zeit abgeschraubt sind, ist unerheblich). Ihre Abmessungen (Länge, Breite, Höhe, maximales Gewicht) ergeben sich aus den Begrenzungen durch das Straßenverkehrsrecht.

Da es für diesen Gebäudetyp eine große Nachfrage gibt, findet ihr weitere Infos dazu unter “Habe ich Anspruch auf ein mobiles Tiny House?”. Auch für die Tiny Houses on Wheels gelten hohe energetische Standards und in der Regel Anschlusszwänge an Ver- und Entsorgungseinrichtungen des ecovillage, die zurzeit noch in Planung sind.

B - Modulhäuser | freistehend, mobil privat

Auf Grund des Eckpunktebeschlusses werden freistehende, mobile Modulhäuser grundsätzlich gleich wie freistehende, mobile Tiny Houses behandelt, da sie nicht fest mit dem Untergrund verbunden sind, sondern auf einer von der Genossenschaft gemieteten Fläche stehen und mit einem Tieflader abtransportiert werden können. Z.B. kann es einen Container mit 25 m² Wohnfläche für eine Person oder eine 85 m² große Wohnung bestehend aus drei gestapelten Modulen geben. Nach der Beschlusslage vom 23.11.2019 wird diese Bauform auf das Kontingent von freistehenden mobilen Einheiten angerechnet. Eine Chance zur Aufstellung haben voraussichtlich nur die vor dem 23.11.2019 eingetretenen Mitglieder, da städtebaulich verträglich voraussichtlich nicht mehr als etwa 75 solcher freistehenden Einheiten (Tiny Houses auf Rädern und mobile Moduleinheiten zusammen) möglich sind.

C - Modulhäuser | stationär, in Genossenschaftseigentum

Solche Bauten der Genossenschaft werden in der Regel mehrstöckig sein und Platz für mehrere Parteien bieten. Die Genossenschaft plant diese Gebäude gemeinsam mit den beauftragten Architekt*innen und zukünftigen Nutzer*innen. Die Nutzer*innen können ihr Haus später weitgehend allein verwalten, wenn sie das wollen.

Modulbauweise bedeutet hier, dass durch ein modulares, standardisiertes Bauen mit sich wiederholenden Elementen Kostenvorteile erzielt werden.

Möglicherweise wird die Genossenschaft auch kleine Modulhäuser für Einzelpersonen und einzelne Wohngruppen / Familien bauen. Das wird sich aus den weiteren Planungen im Lauf der nächsten Monate ergeben.

D - Innovativer Mehrgeschosswohnungsbau | in Genossenschaftseigentum

Diese größeren Gebäude sind in der Regel 3 ½ -geschossig und im Bebauungsplan teilweise als Blockrandbebauung festgelegt. Sie werden nach Möglichkeit ebenfalls modular und unter Beteiligung der Bewohner*innen durch die Genossenschaft geplant.

10. Was kann ich tun, um Kontakt zu anderen zur Bildung einer Wohngruppe o.ä. zu bekommen?

Da aktuell (27.03.2020) keine Treffen möglich sind, arbeiten wir daran, wie wir das Entstehen von Wohn- und Nachbarschaftsgruppen auf andere Weise starten können. Wenn es demnächst wieder möglich ist, sich zu treffen, wird unsere AG Wohngruppen über unsere Homepage zu Treffen einladen. Bitte informiert Euch dort. Auch könnt Ihr über folgende Mailadresse Kontakt aufnehmen: baugemeinschaften@ecovillage-hannover.de

11. Habe ich Anspruch auf eine bestimmte Wohnform, insbesondere auf ein mobiles Tinyhaus?

Jedes Mitglied einer Genossenschaft hat im Grundsatz Anspruch auf eine von der Genossenschaft gebaute Wohnung, nicht aber auf eine individuell nur für diese Person gebaute Wohnung in einem speziellen Haus und auch nicht auf einen Stellplatz für ein mobiles Tiny House. Da es für die letztgenannte Variante sehr viele Anfragen gab, haben wir in der Mitgliederversammlung am 23.11.2019 beschlossen, das Folgende zu kommunizieren: „Auf Basis des Begleitfragebogens zu den Mitgliedsanträgen zeichnet sich ab, dass freistehende einstöckige Tiny- und Modulhäuser bereits stark nachgefragt sind. Neue Interessent*innen für diese Bauform werden daher vor Beitritt zur Genossenschaft darauf hingewiesen, dass im Baugebiet Kronsberg voraussichtlich keine weiteren Kapazitäten hierfür bestehen.“ Alle nach dem 23.11. 2019 der Genossenschaft beigetretenen Mitglieder wurden bei Antragstellung und vor Aufnahme auf diese Passage hingewiesen, sodass sie keinen Anspruch auf diesen Gebäudetyp erheben können (weder rechtlich noch moralisch). Wir streben an, dass alle Mitglieder, die vor dem 23.11.2019 ihr diesbezügliches Interesse bekundet haben, einen Stellplatz für ein Tiny House bekommen. Ob das möglich ist, wird sich aus dem im ersten Halbjahr 2020 im Rahmen eines Wettbewerbes erarbeiteten Quartiersplan ergeben und es werden voraussichtlich nicht mehr als 50 bis 75 der 500 Wohneinheiten sein.

12. Wann kann ich zum Kronsberg ziehen?

Das kann heute niemand seriös sagen. Noch im ersten Halbjahr 2020 läuft ein Planungswettbewerb über die Gestaltung der Bauflächen. Über das Ergebnis soll auf einer Mitgliederversammlung im Juli entschieden werden. Im zweiten Halbjahr 2020 soll dann die Feinplanung laufen, sodass 2021 die ersten Bauanträge gestellt werden und auch schon die ersten Häuser in Bau gehen können. Die geplanten ca. 425 bis 450 Wohnungen können aber nicht in einem Jahr gebaut werden, sondern wir rechnen mit einer auf fünf Jahre verteilten Bauzeit. Bei den 50 bis 75 mobilen Tinyhäusern geht das theoretisch schneller, doch diese sollen auch auf die verschiedenen Baufelder verteilt werden und aus Kostengründen ist es sinnvoll, nicht die Gesamtfläche sofort von der Stadt zu übernehmen. Im zweiten Halbjahr 2020 wird es einen spannenden Diskussionsprozess geben, wann wer wo eine Wohnung oder einen Tinyhaus-Stellplatz bekommt. Um an dieser Diskussion und den Entscheidungen teilnehmen zu können, ist es erforderlich, Genossenschaftsmitglied zu sein.

13. Wie viele Wohnungen entstehen und werden die Mieten sozialverträglich sein?

Geplant sind ca. 500 kostengünstige Wohnungen in einer guten sozialen Mischung: Für ca. 200 Wohnungen (40 %) gibt es in erheblichem Umfang Wohnungsbauförderungsmittel von Land, Region und Stadt Hannover. Für diese Wohnungen gelten nach den derzeitigen (1. Halbjahr 2020) gesetzlichen Regelungen je nach Einkommen der Bewohner*innen folgende Mietobergrenzen (Kaltmiete, doch bei der guten Wärmedämmung der Gebäude sind die zusätzlichen Heizkosten gering):

  • 6,10 €/m² für ca. 60 Wohnungen mit Belegungsrecht der Stadt Hannover,
  • 6,80 €/m² für ca. 100 weitere Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen bis max. 20 % über den Einkommen, die für Wohnberechtigungsscheine gelten (B-Schein),
  • 7,20 €/m² für ca. 40 Wohnungen für Menschen mit mittlerem Einkommen (B-Schein + 60 %).

Bei insgesamt ca. 500 Wohnungen werden zusätzlich zu den 200 öffentlich geförderten Wohnungen noch ca. 225 bis 250 Wohnungen ohne staatliche Zuschüsse freifinanziert von der Genossenschaft gebaut. Dabei streben wir eine Miete um 10 €/m² an, doch wie hoch sie endgültig sein wird, kann erst nach Vorliegen einer detaillierten Kostenschätzung im zweiten Halbjahr 2020 und für die späteren Bauabschnitte in den Folgejahren gesagt werden. Bei den 50 bis 75 privaten Tinyhäusern gibt es voraussichtlich keine Fördermittel bzw. die Eigentümer*innen müssen sich selber darum kümmern. Zu den laufenden Kosten steht mehr unter der FAQ “Welche Kosten fallen für private Tinyhäuser an?”.

14. Wie groß kann meine Wohnung werden?

“Markenkern” unseres Projektes ist suffizientes Wohnen mit wenig individuell und viel gemeinschaftlich genutzten Flächen. Ziel ist eine maximale Wohnfläche pro alleinlebender Person von 25 bis 30 m². Zulässige Obergrenze sind die Obergrenzen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus (1-Personen-Haushalte bis max. 50 m², zwei Haushaltsmitglieder bis 60 m², drei bis 75 m², vier bis 85 m²; jedes weitere Haushaltsmitglied 10 m² zusätzlich). Dies gilt auch für nicht geförderte Wohneinheiten. Diese Zielzahlen und Obergrenzen beinhalten die Gemeinschaftseinrichtungen in den Wohneinheiten innerhalb der “direkten Nachbarschaften” (Wohngruppen u.ä.), nicht aber die zentralen Gemeinschaftseinrichtungen; diese Flächen kommen hinzu. Über begründete Sonderfälle entscheidet der Vorstand im Einzelfall.

15. Kann ich mein privates Tinyhaus schon mal beliebig individuell planen und bauen oder kaufen?

Wir raten dringend, mit Planungen oder Kaufvorbereitungen noch zu warten, bis innerhalb der Genossenschaftsgremien (u.a. im Dorfrat) über die Energiestandards (Mindestwärmedämmung bzw. max. Energieverbrauch, Solaranlage zwingend?) und ggfs. Gestaltungsvorschriften für mobile Tinyhäuser entschieden wurde. Und wichtig: Nach der Niedersächsischen Bauordnung benötigen auch mobile Tinyhäuser Baugenehmigungen und unterliegen somit den Vorschriften für Gebäude dieser Größe. Wer sich also bei Tinyhouse-Hersteller*innen kundig macht, muss klären, ob das angebotene Tinyhouse in Niedersachsen baugenehmigungsfähig ist. Seriöse Firmen in der Branche werden dazu eine verbindliche Aussage machen. Zu empfehlen ist, sich zu all diesen Themen von anderen, schon erfahrenen Genossenschaftsmitgliedern beraten zu lassen.

16. Welche Kosten fallen für mobile Tinyhäuser an?

Neben den Herstellungskosten der Tinyhäuser entstehen folgende Kosten:

  • Der “nutzungsbezogene Genossenschaftsanteil”, mit dem ein Teil der Kosten für den Grundstückskauf (wenn wir das Grundstück kaufen und nicht über ein Erbbaurecht bekommen), der Bau der Gemeinschaftseinrichtungen, Spielplätze und Wegeverbindungen, die Versorgungsleitungen für Wasser, Strom, IT usw. bezahlt werden. Nach der derzeitigen Beschlusslage in der Genossenschaftssatzung sind das bis 30 m² Stellfläche (einschl. der Freiflächen um die Tinyhäuser herum!) 4.000 € und für jede 10 m² mehr jeweils 1.000 € mehr. Die Höhe dieser Beträge wird nach endgültiger Kalkulation der Kosten in einer Mitgliederversammlung eventuell noch verändert. Auch hier gilt: Das Geld ist ein Darlehen und wird drei Jahre nach Kündigung der Mitgliedschaft (und Wegzug) wieder zurückgezahlt.
  • Mit einer monatlichen Pachtzahlung werden die laufenden Kosten finanziert (Pflege der Freiflächen, Betrieb der Gemeinschaftsgebäude, allgemeine Verwaltungskosten der Genossenschaft, Erbpachtzinsen für die Flächen, wenn wir das Grundstück nicht kaufen). Über die Pachthöhe sind seriöse Aussagen frühestens im zweiten Halbjahr 2020 nach Vorliegen einer genaueren Kostenschätzung möglich.

17. Was ist der städtebauliche Wettbewerb für den Quartiersplan?

Für die insgesamt 49.300 m² Baufläche, die wir von der Stadt bekommen, gibt es bisher nur einen vom Rat der Stadt Hannover beschlossenen Bebauungsplan, der einige Vorgaben für die zukünftige Bebauung macht. Bevor die Standorte für einzelne Gebäude festgelegt und die Gebäude entworfen werden können, ist es erforderlich, einen Quartiersplan aufzustellen, in dem einzelne Baufelder, interne Wegeverbindungen, Grün- und Gartenflächen, Spiel-, Wertstoff-, Kfz-Stellplätze usw. festgelegt werden. Um zu einem optimalen Quartiersplan zu kommen, haben wir nach einer internationalen Ausschreibung sieben Büros/Teams eingeladen im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs, solch einen Quartiersplan und jeweils auch schon einen Vorschlag für ein einzelnes Gebäude zu erstellen. Die Büros haben Ende März begonnen, stellen im Juni erste Zwischenergebnisse zur Diskussion und ca. im August ihre Arbeit abschließen. Dann entscheidet eine Jury aus 18 fachkundigen Mitgliedern, welche drei Vorschläge die Preisträger*innen sind und in die Endauswahl kommen. Eine Mitgliederversammlung am 3. Oktober 2020 entscheidet endgültig, welcher Entwurf Basis der weiteren Planung sein wird. (Coronabedingt steht das Format der Termine noch nicht endgültig fest.)