Ecovillage Hannover

Low-Cost-Ökosiedlung in Hannover

Die größte Tiny-Haus-Siedlung Europas

Projektinitiative

Die Initiative zu diesem Projekt geht von Transition Town Hannover e.V. aus und es werden nun handlungsmächtige Gruppierungen und Personen gesucht, die sich dabei engagieren wollen. Die vor kurzem gegründete Gesellschaft für außergewöhnliche Zusammenarbeit e.V. könnte ein guter Partner sein, denn sie hat vom Bundesbauministerium im Rahmen des Forschungsprogramms Nationale Stadtentwicklungspolitik den Zuschlag für ein dreijähriges Projekt „Stadt gemeinsam gestalten! Neue Modelle der Quartiersentwicklung“ erhalten.

Der Prozess

Aktuell bilden sich Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themenkomplexen. Diese sollen in den kommenden Monaten Ideen und Konzepte entwickeln und schließlich auf einer Visionskonferenz im Frühsommer zusammen kommen, um in einem gemeinsamen Ansatz weiter verfolgt zu werden. Abonniere unseren Newsletter für weitere Informationen.

Hier kannst du die Präsentationsfolien von der Kick-Off-Veranstaltung noch einmal sehen.

Projektbeschreibung

Für den Hannoverschen Stadtteil Burg (nördlich der Herrenhäuser Gärten) wurde 2016 im Rahmen des städtischen "Kleingartenkonzept 2016-2025" zwischen der Stadt Hannover und dem Bezirksverband der Kleingärtner vereinbart, rd. 11 Hektar Kleingärten in Bauland umzuwandeln. An Stelle der z.Zt. über 200 Kleingärten sollen zur Minderung der Wohnungsknappheit in Hannover mindestens 200, besser mehr Wohneinheiten entstehen. Projektidee ist nun, dass dort ein experimentelles Wohn- und Lebensquartier für bis zu 1.000 Menschen entsteht. Übergreifendes Ziel ist die Entwicklung der Vision eines Ecovillage mitten in der Stadt – geringer Ökofußabdruck nicht nur durch Technikeinsatz, sondern durch Reduktion des Ressourcenverbrauchs aufgrund einer selbstbegrenzten Lebensweise („Suffizienz“) – und dies bei möglichst niedrigen Baukosten bzw. Mieten. Angedacht sind nachhaltige klimaneutrale Bau- und Lebensformen, von viergeschossigen Gebäuden aus nachwachsenden Rohstoffen für generationsübergreifende Baugemeinschaften über Gartenstadt-Konzepte bis hin zu „Tiny-Houses“ (dazu siehe mehr in der ausführlicheren Projektskizze). Neben den Wohnformen kommt bei dem Projekt auch anderen Aspekten (z.B. Lebensmittelversorgung aus Gärten), Integration von Migrant*innen, Kooperation von Jungen und Alten, usw. eine große Bedeutung zu.

Innovation ist in den seltensten Fällen regelkonform!

Das Bauen ist mittlerweile so verregelt, dass wegweisende Lösungen kaum möglich sind, sollen sie auch bezahlbar sein. Es gilt also, zwar Bauregeln zu beachten, sie jedoch minimalistisch auszulegen, ggfs. über einen experimentellen Bebauungsplan und über Freistellungen von sonst üblichen Auflagen der Bauordnung.

Pro und Contra

Aktuell gibt es eine kontroverse Diskussion mit guten Pro- und Contra-Argumenten für die Umwandlung von Kleingartenparzellen in Bauland an dieser Stelle.

Gegen eine Veränderung des Ist-Zustandes spricht:

  • Es gibt erhebliche Widerstände von derzeitigen Parzellennutzer*innen, unterstützt von einer Bürgerinitiative, die jegliche Umwandlung von Kleingärten in Bauland verhindern will. Einzelheiten siehe Aktionsbündnis gegen Kleingartenzerstörung.
  • Wegen dieses Widerstandes will die Stadtverwaltung und ein Teil der Stadtpolitik zurzeit auf die Umsetzung des beschlossenen Konzeptes verzichten, auch um keine Konkurrenz zu den parallel geplanten Baugebieten Kronsberg-Süd und Wasserstadt Limmer zu haben (siehe HAZ vom 10.01.2019).

Für eine Veränderung des Ist-Zustandes spricht:

  • Nach aktuellen Studien wächst die Bevölkerung in der Region Hannover bis 2025 um 38.000 Menschen und allein im Stadtgebiet Hannover werden mindestens 18.000 zusätzliche Wohnungen gebraucht.
  • Die ins Auge gefasste Fläche ist innerstädtisch gut erschlossen und eignet sich im Grundsatz für eine Bebauung. Alternativ droht die Gefahr, dass immer mehr Menschen in schlecht erschlossene autoabhängige Lagen mit niedrigen Baulandpreisen im Umland ziehen.
  • In dem Gebiet Burg gibt es mehrere tausend Kleingärten mit teilweise hohem Altersdurchschnitt der Nutzer*innen und teilweise übergroßen Gärten. Durch ein intelligentes neues Gesamtkonzept könnte sozialverträglich auf 200 Parzellen verzichtet und die übrigen Gärten und die Vereinsgebäude der Kleingartenvereine zukunftssicher gemacht werden.
  • Die Akzeptanz für die Umwandlung könnte erhöht werden, wenn an dieser Stelle insbesondere weniger gut situierte Einwohner*innen der Stadt dringend benötigten günstigen Wohnraum erhalten.
  • Es gibt eine relevante Bevölkerungsschicht, die nicht in die parallel geplanten hochpreisigen Baugebiete am Stadtrand oder ins Umland ziehen will.

Zusammengefasst wäre es daher sehr wichtig, die ansässigen Kleingärtner*innen für das Ecovillage zu gewinnen, wenn das Projekt erfolgreich umgesetzt werden soll. Dazu gehören insbesondere zwei Aspekte: Erstens Identifizierung und Beteiligung von Wandelwilligen und zweitens Ausarbeitung eines auch die Ansässigen überzeugenden Konzepts, insbes. Vorschläge für einen möglichst schmerzarmen Transformationsprozess (lange Abmietfristen, Tauschparzellen, gute Nachbarschaftsarbeit, usw.).

Ausführliche Projektbeschreibung

Hier downloaden.